Huftherapie

kleine Huf-Info

Pferde in ursprünglich natürlicher Lebensweise würden täglich – rund um die Uhr – viele Kilometer auf unterschiedlichen Böden ihres Terrains zurücklegen. Dadurch hält sich ein relatives Gleichgewicht von Abrieb und Wachstum des Hufhorns. Vollkommen artgerechtes Leben des Fluchttieres Pferd in unserem zivilisierten Lebensraum ist kaum zu erfüllen. Hinzu kommen noch unterschiedliche Rassemerkmale mit entsprechenden Bedürfnissen zum Erhalt der Funktionstüchtigkeit sowie unsere Ansprüche an die Pferde. So sind die Hufe der Pferde, die eher auf hartem, steinigen Boden leben, entsprechend angepasst, wie auch die Hufe der Pferde, die eher auf weicheren Böden leben würden. Wir wünschen uns für unsere Nutzungsansprüche jedoch angepasste Hufe und den dazu erforderlichen Bewegungsapparat für jeden Boden. Deshalb benötigen die Hufe Unterstützung in ihrer Pflege, häufig sogar Korrektur, also das fachgerechte Schneiden und eventuell ein „Training“, damit der Huf eine naturnahe Funktion für die Pferdegesundheit mit für das Pferd nutzbaren Hufen übernehmen kann.

Ebenso müssen Hufe korrigiert werden, wenn sie aufgrund von vorübergehenden Verletzungen oder anderen Krankheiten in ihrem optimalen Hornwachstum gestört wurden. Manchmal betrifft dies im Besonderen auch vor allem einen Huf, der sich durch Schonhaltung verändert. Nur wenn die Huf-Basis physiologisch korrekt alle Aufgaben für den Organismus übernehmen kann, können auch weitere Therapien wie Osteopathie, Chiropraxis, TCM oder andere Maßnahmen nachhaltig greifen.

Gesunde, physiologische Hufe fühlen die Beschaffenheit des Untergrundes, übernehmen stoßdämpfende Funktionen, unterstützen mit der Verarbeitung von Stoffwechselabfallprodukten über die Hornproduktion und ihrer Blutpumpfunktion den gesamten Organismus. Grundlage hierfür ist der Hufmechanismus – das korrekte Weiten und Zusammenziehen der Hufkapsel entsprechend der Druckverteilung während der Bewegungsabläufe.

Ein gut funktionierender, schmerzfreier und stoßdämpfender Hufmechanismus ist eine wichtige Gesundheitsbasis für das Pferd. Die Hufe sind mit dem Stoffwechsel verbunden, dem Bewegungsapparat und dem Herz-Kreislauf-System. Sie sind Sinnesorgane, fühlen und geben Reize weiter. Diese vielfältigen Zusammenhänge mit dem gesamten Pferdeorganismus machen deutlich, wie stark Hufgesundheit mit der Gesundheit des ganzen Körpers in Wechselwirkung steht und weshalb es auch im allgemeinen Krankheitsfalle umso wichtiger ist, dass weiterhin Bewegung stattfinden kann, frei gewählt, auf entsprechenden Böden, im eigenen Tempo. Die Zeiten von totaler „Ruhestellung“ nach Bänder- oder Sehnenproblematiken, Entzündungen oder Eitergeschehen sind in der Humanmedizin schon längst anerkannt überholt. Die gleichen Maßstäbe gelten für die Tiere jedoch auch. Angepasste Bewegung ist für Regeneration wichtig.

Viele Zusammenhänge sind für alle Pferde-Interessierte wichtig zu verstehen, um z.B. einfach unterscheiden zu können:

  • geht mein Pferd „fühlig“, weil es Schmerzen hat oder weil es sich achtsam „fühlend“ entsprechend dem zu bewandernden, ungewohnten Weg verhält? Welche Vorteile hat das für den Menschen?
  • Ab wann hat mein Pferd Schmerzen im Huf und wie merke ich das als Besitzer schon bevor eine deutliche Lahmheit sich ausprägt, was kann an der Hufsituation die Ursache dafür sein?
  • Warum bewegt sich ein Pferd ohne Beschlag anders, als ein Pferd mit Eisen und was ist daran vorteilhaft? was bewirkt Beschlag kurz -und mittelfristig aber auch langfristig auf dem Pferdehuf?
  • wie sieht überhaupt ein gesunder, sogenannt physiologischer Huf aus und welche Merkmale zeichnen ihn aus? Welche Funktionen müssen wie richtig funktionieren können ?
  • welches sind die Parameter am Huf, die für eine gute Hufbearbeitung essentiell sind und was ist also die Leistung, die gute Hufbearbeitung erbringen will ?

Dieses Huf-Wissen wird selten „in der Reitstunde“ gelehrt. Für das Pferd eine fatale Entwicklung, denn viele Missverständnisse, von kleinen Unpässlichkeiten bis hin zur bedrohlichen Erkrankung, können aus fehlendem Verständnis erwachsen. Dabei macht es Spaß sich auch mit der Bewegung, den Möglichkeiten und den phantastischen Leistungen der vier Hufe unserer Pferde zu beschäftigen.

Dann ist es auch leichter zu verstehen, warum es nicht einfach so sein kann, dass „mein Pferd nicht barhuf laufen kann“ und noch viel dramatischer, wenn selbst mit Beschlag Probleme wie Stolpern etc. auftreten. Das hat Gründe! Diese Gründe können gefunden und beseitigt werden und infolge dessen die Gesundheit des Pferdes unterstützen.

Huf-Know-how für Pferdeinteressierte hilft auch, die Zusammenhänge der Hufe und der Pferdeanatomie zu begreifen und viele Dinge im Bereich Hufbehandlungen besser einschätzen zu können, Entscheidungen zu anstehenden Bearbeitungen oder Therapien mit eigenem Hintergrundwissen treffen und begleiten zu können. Deshalb haben wir hier an dieser Stelle einige interessante Aspekte in der Hufkunde zum Reinschnuppern in die Materie aufgeführt, um Lust auf mehr Huf-Wissen zu machen.

Wir freuen uns natürlich auch über zahlreiche, wissbegierige, hufinteressierte Halter, Reitlehrer, Hufbearbeiter und Therapeuten aller Art in unseren Hufseminaren. Dort können wir intensiv und umfangreich Anatomie, Gewebezusammenhänge im Hinblick auf die Hufbearbeitung aufklären und spannende Fragen behandeln.

Pferde in ursprünglich natürlicher Lebensweise würden täglich – rund um die Uhr – viele Kilometer auf unterschiedlichen Böden ihres Terrains zurücklegen. Dadurch hält sich ein relatives Gleichgewicht von Abrieb und Wachstum des Hufhorns. Vollkommen artgerechtes Leben des Fluchttieres Pferd in unserem zivilisierten Lebensraum ist kaum zu erfüllen. Hinzu kommen noch unterschiedliche Rassemerkmale mit entsprechenden Bedürfnissen zum Erhalt der Funktionstüchtigkeit sowie unsere Ansprüche an die Pferde. So sind die Hufe der Pferde, die eher auf hartem, steinigen Boden leben, entsprechend angepasst, wie auch die Hufe der Pferde, die eher auf weicheren Böden leben würden. Wir wünschen uns für unsere Nutzungsansprüche jedoch angepasste Hufe und den dazu erforderlichen Bewegungsapparat für jeden Boden. Deshalb benötigen die Hufe Unterstützung in ihrer Pflege, häufig sogar Korrektur, also das fachgerechte Schneiden und eventuell ein „Training“, damit der Huf eine naturnahe Funktion für die Pferdegesundheit mit für das Pferd nutzbaren Hufen übernehmen kann.

Ebenso müssen Hufe korrigiert werden, wenn sie aufgrund von vorübergehenden Verletzungen oder anderen Krankheiten in ihrem optimalen Hornwachstum gestört wurden. Manchmal betrifft dies im Besonderen auch vor allem einen Huf, der sich durch Schonhaltung verändert. Nur wenn die Huf-Basis physiologisch korrekt alle Aufgaben für den Organismus übernehmen kann, können auch weitere Therapien wie Osteopathie, Chiropraxis, TCM oder andere Maßnahmen nachhaltig greifen.

Gesunde, physiologische Hufe fühlen die Beschaffenheit des Untergrundes, übernehmen stoßdämpfende Funktionen, unterstützen mit der Verarbeitung von Stoffwechselabfallprodukten über die Hornproduktion und ihrer Blutpumpfunktion den gesamten Organismus. Grundlage hierfür ist der Hufmechanismus – das korrekte Weiten und Zusammenziehen der Hufkapsel entsprechend der Druckverteilung während der Bewegungsabläufe.

Ein gut funktionierender, schmerzfreier und stoßdämpfender Hufmechanismus ist eine wichtige Gesundheitsbasis für das Pferd. Die Hufe sind mit dem Stoffwechsel verbunden, dem Bewegungsapparat und dem Herz-Kreislauf-System. Sie sind Sinnesorgane, fühlen und geben Reize weiter. Diese vielfältigen Zusammenhänge mit dem gesamten Pferdeorganismus machen deutlich, wie stark Hufgesundheit mit der Gesundheit des ganzen Körpers in Wechselwirkung steht und weshalb es auch im allgemeinen Krankheitsfalle umso wichtiger ist, dass weiterhin Bewegung stattfinden kann, frei gewählt, auf entsprechenden Böden, im eigenen Tempo. Die Zeiten von totaler „Ruhestellung“ nach Bänder- oder Sehnenproblematiken, Entzündungen oder Eitergeschehen sind in der Humanmedizin schon längst anerkannt überholt. Die gleichen Maßstäbe gelten für die Tiere jedoch auch. Angepasste Bewegung ist für Regeneration wichtig.

Viele Zusammenhänge sind für alle Pferde-Interessierte wichtig zu verstehen, um z.B. einfach unterscheiden zu können:

  • geht mein Pferd „fühlig“, weil es Schmerzen hat oder weil es sich achtsam „fühlend“ entsprechend dem zu bewandernden, ungewohnten Weg verhält? Welche Vorteile hat das für den Menschen?
  • Ab wann hat mein Pferd Schmerzen im Huf und wie merke ich das als Besitzer schon bevor eine deutliche Lahmheit sich ausprägt, was kann an der Hufsituation die Ursache dafür sein?
  • Warum bewegt sich ein Pferd ohne Beschlag anders, als ein Pferd mit Eisen und was ist daran vorteilhaft? was bewirkt Beschlag kurz -und mittelfristig aber auch langfristig auf dem Pferdehuf?
  • wie sieht überhaupt ein gesunder, sogenannt physiologischer Huf aus und welche Merkmale zeichnen ihn aus? Welche Funktionen müssen wie richtig funktionieren können ?
  • welches sind die Parameter am Huf, die für eine gute Hufbearbeitung essentiell sind und was ist also die Leistung, die gute Hufbearbeitung erbringen will ?

Dieses Huf-Wissen wird selten „in der Reitstunde“ gelehrt. Für das Pferd eine fatale Entwicklung, denn viele Missverständnisse, von kleinen Unpässlichkeiten bis hin zur bedrohlichen Erkrankung, können aus fehlendem Verständnis erwachsen. Dabei macht es Spaß sich auch mit der Bewegung, den Möglichkeiten und den phantastischen Leistungen der vier Hufe unserer Pferde zu beschäftigen.

Dann ist es auch leichter zu verstehen, warum es nicht einfach so sein kann, dass „mein Pferd nicht barhuf laufen kann“ und noch viel dramatischer, wenn selbst mit Beschlag Probleme wie Stolpern etc. auftreten. Das hat Gründe! Diese Gründe können gefunden und beseitigt werden und infolge dessen die Gesundheit des Pferdes unterstützen.

Huf-Know-how für Pferdeinteressierte hilft auch, die Zusammenhänge der Hufe und der Pferdeanatomie zu begreifen und viele Dinge im Bereich Hufbehandlungen besser einschätzen zu können, Entscheidungen zu anstehenden Bearbeitungen oder Therapien mit eigenem Hintergrundwissen treffen und begleiten zu können. Deshalb haben wir hier an dieser Stelle einige interessante Aspekte in der Hufkunde zum Reinschnuppern in die Materie aufgeführt, um Lust auf mehr Huf-Wissen zu machen.

Wir freuen uns natürlich auch über zahlreiche, wissbegierige, hufinteressierte Halter, Reitlehrer, Hufbearbeiter und Therapeuten aller Art in unseren Hufseminaren. Dort können wir intensiv und umfangreich Anatomie, Gewebezusammenhänge im Hinblick auf die Hufbearbeitung aufklären und spannende Fragen behandeln.

Bodenseitige Basis für das Skelett und den ansetzenden Bewegungsapparat ist der letzte Zehenknochen – das Hufbein. Um dieses Hufbein und seine umgebenden Gewebe herum bildet die Hufkapsel eine Art Kralle aus Hufhorn. 

Von unten betrachtet zeigt das Hufbein eine Wölbung, der auch die Sohlenhornwölbung im gesunden Huf entspricht bzw. sollte. Das Hufbein, und ebenso das an und um das Hufbein herum befindliche Gewebe, werden von einer sehr stark durchbluteten, sogenannten Huflederhaut umgeben. Diese Haut wird an der Sohle, dem Strahlpolster und den Seiten jeweils anders benannt und produziert unterschiedliche Hornqualitäten. Von innen klebt sich Horn, welches von der das Hufbein umgebenden Lamellen-oder Blättchenlederhaut produziert wird, an die Kapselwand. So „hängt“ das Hufbein als letzter Zehenknochen über die Huflederhaut, durch Horn „verklebt“, in der Hufkapsel. Die Kapsel macht an den Ballen einen scharfen Knick nach innen und verläuft anatomisch wie ein kleiner Keil in der Höhe abnehmend, bis etwa maximal zur Hälfte des Strahlpolsters herunter. Sie heißt ab hier Eckstrebe und stabilisiert den Huf im bioelastischen Trachtenbereich. Die Eckstrebe ist anatomisch funktional an das Gewölbe der Sohle angepasst und dringend auf Abrieb vom Boden angewiesen. Sonst wächst sie ungebremst und fixiert den Huf im Gewölbe, was nicht nur die Funktion des Hufes einschränkt, sondern für das Pferd durchaus sogar Schmerzen produzieren kann.

Es wird schon deutlich: der Huf ist also kein einfach nachwachsender starrer Hornklotz am Ende der behaarten Gliedmaßen. Auch die Stellung der Zehenknochen des Pferdebeines, das Hufbein, das Strahlbein als Hilfsknochen im Hufgelenk, das Kronbein und das Fesselbein bilden gemeinsam eine bereits stoßdämpfende Anordnung der Zehe.

Vorderhufe sind eher rundlich, die Hinterhufe haben eher eine spitzovale Form. Dies entspricht der Anatomie der Hufbeinknochen. Außerdem unterscheiden sich Vorder- und Hinterhufbein in der Höhe der Wölbung an der Unterseite und an der Winkelung der Zehenlinie zum Boden. 

Entsprechend der grundsätzlichen Kontur der Hufbeinknochen ergibt sich daher auch der Verlauf der Zehenlinie der Hufkapsel und des Kronrandes der Hufkapsel. Wenn der seitliche Kronrandverlauf, also entlang der Haaransatzline von den Trachten ansteigend zum Zehenkronrand eine Abweichung von gesunden Parametern zeigt, ist das aus unterschiedlichen Gründen betrachtet besonders schädlich. Eine Abweichung hat vielfältigste Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat und hufinnere Strukturen.

Eine nötige Korrektur der Hufstellung, wenn sich bereits Probleme oder Abweichungen  zeigen, sollte die Hufsituation wieder in Richtung der physiologischen Parameter anstreben, unter Abwägung und Einbeziehung aller individuellen Ausprägungen.

Und natürlich haben Probleme im Bewegungsapparat auch Auswirkungen auf die Zehenknochenstellung. Hier ist immer eine gegenseitige Beeinflussung zu beachten. Deshalb kann in manchen Fällen  eine Hufkorrektur nur mit einer Therapie des Bewegungsapparates erfolgversprechend werden, sowie umgekehrt eine Hufkorrektur dem Körper zur Lösung von Problemen helfen.

Trachtenhöhe zum Boden oder echte Trachtenlänge sind unterschiedlich zu bewertende Maßgaben, die nicht das gleiche meinen. Eine erfolgreiche Interpretation der physiologischen Strukturen in der Hufbearbeitung findet die optimale individuelle Länge und Höhe. Die physiologische Trachtenlänge variiert von Pony bis Kaltblut entsprechend der natürlich auch bestehenden Höhen-und Breitenunterschiede der Hufbeinknochen. Die grundsätzlichen Hufparameter je nach Hufbeingröße und Rasse gleichen sich also und werden idealerweise bei der Hufbearbeitung individuell optimal interpretiert. Das sind spannende Themen rund um die Hufe.

Wenn das Hufbein mit seinen Ästen nahezu parallel zum Boden, gesund in der Hufkapsel “steht” bzw. “hängt”, dann ist im gesunden Organismus eine optimale Kraftverteilung auf das Beuge- und Strecksystem des Bewegungsapparates gewährleistet. Die wissenschaftliche Studie “The effect of hoof angle variations on dorsal lamellar load in the equine hoof” von Glenn Ramsey, University of Auckland, New Zealand aus dem Jahr 2011 unterstützt dies.

Die optimale Funktion des Hufes ist also abhängig von verschiedenen zueinanderpassenden Parametern.

Eine Krankheit im Organismus kann sich allerdings aufgrund von Schmerzhaltung auch an den Hufen zeigen und kranke Hufe können wiederum ungünstigen Einfluss auf den Organismus ausüben, denn das Hufhorn ist fortwährend nachwachsend und abhängig von fortwährendem Abrieb.

Die nötige Stoßdämpfung und Durchblutung der hufinneren Gewebe hängt von einem gesund funktionierenden reversiblen, bioelastischen Weiten und Zusammenziehen der Hufkapsel während der Bewegungsabläufe ab. Damit das auch wirklich reibungslos stattfinden kann, bedarf es wiederum vielzähliges Zusammenwirken aller Huffunktionen.

Wie sehen nun diese physiologischen Parameter der Huf aus ? und wie begründen sie sich ? welche Funktionen übernehmen die inneren Gewebe ? und was passiert, wenn Hufe sich schleichend von diesen gesunden Situationen entfernen? und vor allem! was kann getan werden, um wieder eine gesunde Richtung in der Bearbeitung einzuschlagen? was darf nicht mehr getan werden und was sollte unbedingt getan werden ? warum sind die Hufe so anfällig, ihre gesunde Funktion zu verlassen und warum sind Hufkrankheiten so häufig ? was muss in der optimierenden Hufbearbeitung beachtet werden ?

Alle diese spannenden Fragen können auch Pferdehalter-innen lernen, so dass sie (Fehl-)Entwicklungen an den Hufen ihrer Pferde bemerken können. Wir klären die Fragen anschaulich in unseren Seminaren und freuen uns über wissbegierige Interessierte.

Alle Abweichungen von grundsätzlich anerkannten anatomischen Grundlagen der Hufe haben Gründe und können, zunächst versteckt oder später deutlich, gesundheitliche Probleme produzieren. Viele Hufkrankeiten wie Kapselrisse, Hufrollebefunde, Hufrehe etc. können durch eine Korrektur der Hufbearbeitung wieder regenerieren.

Unter Hufmechanismus ist die Bewegung der Hufkapsel unter Lastaufnahme und Entlastung durch das Pferdegewicht zu verstehen. Aber nicht jede Bewegung ist auch eine gesunde !

Das harte aber doch elastische Hufhorn, das aus dem Kronwulst am Kronrand herauswächst, bildet eine Kapsel um die mit Huflederhaut umzogenen Knochen und Gewebe im Hufinneren. Die Kapsel macht an den Ballen einen scharfen Knick nach innen. Sie heißt ab hier Eckstrebe und umschließt etwa die beiden Hufbeinäste mit den Hufknorpeln. Zwischen den Trachtenecken befindet sich der Strahl. Dieser hat im gesunden Huf eine langgezogene Dreiecksform wie ein “Tortenstück”. Stehen die Trachten und oder die Eckstreben zu eng zusammengewachsen oder zu lang oder zu hoch oder zu tief gehebelt im Gewölbe, hat das meist sichtbare ungesunde Auswirkungen auf den Strahl und die Hufbalance, unsichtbar von außen, auf unterschiedliche hufinnere Strukturen.

Im gesunden, physiologischen Hufmechanismus weitet sich die Hufkapsel und senkt sich etwas ab. Die Eckstreben haben ohne Lastaufnahme auf keinen Fall Bodenkontakt. Grundsätzlich stabilisieren sie die Hufkapsel, dürfen sie jedoch gleichzeitig nicht zwängen. Je mehr Bewegung und damit natürlichen Abrieb Hufhorn im Gewölbe und am Tragrand unter optimalen Bodenbeschaffenheiten erfährt, desto funktionaler erhält sich der Huf selbstständig.

Entsprechend dieser Bewegungen arbeitet die Hufkapsel. Während dieser Phasen von Weitung unter Last und Zusammenziehen in der Entlastung, vollzieht sich der Bluteinfluss und Blutausstoß, die sogenannte Blutpumpe. Die bioelastische Kapselverformung unterstützt eine optimale Stoßdämpfung, die aber an die grundsätzlich gesunden Hufparameter gebunden ist. Dann übernimmt der Hufmechanismus wichtige Funktionen für den Gesamtorganismus.

Je besser die Stoffwechselvorgänge ablaufen können, umso besser findet auch die von der Stoffwechselaktivität abhängige Nervenleitung im Huf statt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wenn Hufmechanismus und Stoffwechselaktivität nur gering oder verändert stattfinden, ist auch die Nervenfunktion, also Schmerz- und Reizleitung, behindert und eingeschränkt. Dies ist später im Rahmen der Phasen von Hufkrankheiten und deren Behandlungsformen interessant und sollte otimal  interpretiert sein.

Auch hier entwickeln sich für die Pferdehalter-innen also wieder viele Fragen. Was bedeutet”physiologischer” Hufmeachnismus ? an welche Voraussetzungen ist er gebunden ? warum nimmt er so viel Einfluss auf die hufinneren Vorgänge und welche Stoffwechselvorgänge ? welche Krankheiten entwicklen sich und warum, wenn es hier Probleme gibt ? und natürlich wieder: warum bestehen vielzählige Hufkrankheiten, welche Zusammenhänge nehmen Einfluss, welche Hufparameter sind so dringend wichtig zu erhalten,  bzw. warum ist gute oder richtige Hufpflege so ein riesen Thema?
 

In einem Huf, der von den gesunden Hufparametern abweicht, vollzieht sich der Hufmechanismus entsprechend verändert, bis sehr stark eingeschränkt. Dies führt zu unterschiedlichen Schädigungen für die inneren Hufstrukturen, die äußere Hufkapselbalance und die oben beschriebenen Körperfunktionen.

Wenn es aus verschiedenen möglichen Gründen zu Fehlbelastungen auf die Hufkapsel kommt, kann die Hornproduktion nicht optimal ablaufen. Beispielsweise bedeutet mehr Lastaufnahme im vorderen Zehenbereich eine Entlastung der Trachten, die dadurch im Verhältnis stärker wachsen, weil die Hornspiralen oder -röhrchen der Trachten und Eckstreben weniger zusammengedrückt werden als im Zehenbereich und sich weniger abreiben. Gleichzeitig behindern die stärker gewachsenen Eckstreben ein Abflachen des Sohlengewölbes und es kann zu Drucksituationen der unterschiedlichen Lederhäute kommen. 

Durch unterschiedliche nicht optimale Zug- und Druck- und Hebelsituationen auf die Hufkapsel und die inneren Gewebestrukturen kann es zu schmerzhaften Zwangsituationen mit weiterreichenden Fehlbelastungen der Hufkapsel, der Sehnen und Bänder und des Bewegungsapparates kommen. Unterschiedliche Krankheiten im Bewegungsapparat und der Hufe, wie “schiefe” Hufe, Deformationen, Strahlfäule, permanente Abszessbildung, Kapselrisse, „Hufrolle“-Krankheiten oder Hufbeinastverknöcherungen finden hier ihren Ursprung. Je nach Stärke der inneren Gewebeschädigungen kann auch der Hufbeinträger – die Verklebung des Hufbeins an die Hufkapsel –  im Inneren leiden. Geschädigte hornbildende Lederhäute können keine stabilie Klebehornaufhängung bilden. Dies ist besonders auch im Falle von Hufrehe sehr kritisch.

Die Pferde sind auf Hufbearbeitung angewiesen. Da wir ihnen auch bei optimalen Haltungsbedingungen selten die natürlichen Lebensumstände – vor allem die Bewegungsmenge – bieten können, findet kein natürlicher, korrekter Abrieb statt – das Gleichgewicht von Hornwachstum und Abrieb kann sich nicht herstellen.

Hier muss und kann nun die Hufbearbeitung entsprechend individuell korrigieren, damit oben genannte Krankheiten möglichst nicht entstehen oder aber wieder gesunden, wenn sie sich bereits entwickeln konnten. Eine Hufkorrektur ist natürlich möglichst schnell nötig, wenn aufgrund von vorübergehenden Verletzungen oder anderen Krankheiten das optimale Hornwachstum gestört wurde.

Nur wenn die Basis wieder physiologisch korrekt alle Aufgaben für den Organismus übernehmen kann, können oftmals weitere Therapien wie Osteopathie, Chiropraxis oder andere tierärztliche und heilpraktische Maßnahmen wieder nachhaltig greifen. 

Die “Hufrolle” im Hufinneren, umfasst den weiten Bereich des hufinneren Mittelhufes, also die Region wo das Hufbein, das Strahlbein, das Kronbein, der Schleimbeutel und die tiefe Beugesehne miteinander zusamenspielen. Unterschiedliche Diagnosen von Hufrolleproblemen werden für dieses Gebiet getroffen und entsprechend unterschiedlich benannt. Im wesentlichen wird eine Hufrollenentzündung, eine Knochendegeneration (Abbau und Veränderung von Knochengewebe meist des Strahlbeins, als “Zysten”, “Löcher”, “Auflösung”benannt), oder ein Hufrollensyndrom (wiederkehrende Überlastungserscheinungen) befundet und in 4 Stufen von Krankheitsgraden klassifiziert.

Übliche konventionelle Behandlungsmaßnahmen basieren auf dem sogenannten orthopädischen Beschlag, um ein “leichteres Abrollen” zu unterstützen. Die natürliche Hufbewegung wird dadurch eingeschränkt, als Versuch, Reizsituationen an Bändern, Schleimbeutel oder im Hufgelenk zu beruhigen, sowie durch die massive Einschränkung der Durchblutungssituation mittels dieser Beschlagsvarianten eine zusätzliche Schmerzreduktion zu erzielen. Auch Stoßwellentherapie, Tildren, Hyaluronsäure etc. kommen zum Einsatz, ebenso unterschiedliche Therapiemaßnahmen zur Beeinflussung des Knochenstoffwechsels. Als letzte Möglichkeit der Schmerzausschaltung wird ein Nervenschnitt in Betracht gezogen.

Grundsätzlich werden Erkrankungen der “Hufrolle” trotz dieser oben genannten Behandlungsmaßnahmen schulmedizinisch als schwer tatsächlich heilbar gewertet. Es geht vornehmlich um eine Verlängerung der Nutzbarkeit. Starke Knochenzubildungen oder Abbauten an den Zehenknochen sowie Normabweichungen am Strahlbein, gelten als dramatische lokale Entwicklung mit wenig Chance auf natürliche, schmerzfreie Belastung. Die sogenannte Podotrochlose oder Navicularsyndrom sind heute leider immer noch Diagnosen, die Besitzer daher in Panik versetzten und vor schwere Entscheidungen stellen.

Glücklicherweise verbreiten sich unter den Pferdebesitzern zunehmend erfreuliche Erfahrungsberichte, dass “Hufrolle”-Beschwerden deutlich im Zusammenhang mit der Huf-Hornsituation stehen, die Hufbearbeitung also positiven Einfluss nehmen kann. !

Nach derzeitiger Leitlinien-Diagnostik wird selten ein Focus auf die spezielle Huf-Horn-Situation gerichtet als mögliche Begründung für Veränderungen an den hufinneren Strukturen. Ebenso werden Probleme im Bewegungsapparat, die über Hebelwirkungen Einfluss auf die Hufsituation nehmen, selten einbezogen. Daher wird die Art der vorliegenden Hufbearbeitung klinisch nicht als Möglichkeit für Schmerz oder als Grund für lokale Veränderungen am Schleimbeutel oder dem Strahlbein etc. einbezogen, bzw. überhaupt als Lahmheitsauslöser angedacht.

Um eine ganzheitliche mögliche Entwicklung verstehen zu können, ist es nötig zu differenzieren, was die Diagnose besagt. Was bei “Hufrolle”- Krankheiten festzustellen ist, sind Schmerzen, die im Huf lokalisiert werden. Schmerzen im Huf können überall gemeldet werden wo Nervenleitung möglich ist. Es ist anhand eines Röntgenbildes nicht tatsächlich feststellbar, wo der Schmerz gemeldet wird, der die Untersuchung nötig gemacht hat und Abweichungen vom physiologischen Bild zeigt.

Grundsätzlich ist Folgendes zu bedenken:

Bei Weitung des Hufes (natürlicher Hufmechanismus) fließt Blut in die Hufkapsel ein. Wenn der natürliche Weiterfluss des Blutes in die Huflederhaut aufgrund z.b. unterschiedlicher Zwang-Hufsituationen gestört ist, entsteht in den kleinen Gefäßen ein Rückstau des Blutes. Strahlbein und Hufbein sind mit feinen Gefäßkanälen durchzogen. Je nach Befüllung, üben die Gefäße Druck auf die Knochenkanäle, durch die sie laufen. Ein vermehrter Druck führt an diesen Stellen zu Knochenabbau. Ebenso anerkanntermaßen lassen ungesunde Zugkräfte durch Bänder, Sehnen oder Hufhorn etc etc. am Knochen neue Knochensubstanz in Zugrichtung wachsen. Diese Entwicklungen lässt das Röntgenbild erkennen.

Die Veränderungen der Strahlbeinlöcher oder am Hufbein geben daher auch Aufschluss über die Durchblutungssituation oder die Zug-/Druckverteilungen in der Hufkapsel:

  • Der Knochenzubau weist auf nicht gesunde Zugkräfte in der Hufkapsel!
  • Knochenabbau weist auf ungesunde Druckkräfte!

Ungesunde Kräfteverteilungen, Zug-und Drucksituationen, die zu Schmerzen in durchnervten Gewebebereichen innerhalb der Hufkapsel führen, sind also möglicherweise ursächlich auf die Huf-Horn-Situation  zurückzuführen. Die Ernährung, also die Flüssigkeitsmenge, sowie die Druckverhältnisse vom Schleimbeutel sind abhängig von der Beweglichkeit der Zehenknochen. Wenn das Pferd beispielsweise in seinen Bewegungsmustern eingeschränkte Ausmaße ausübt, werden die Gewebe nicht physiologisch belastet, versorgt und können erkranken, somit schmerzen.

Deshalb bringen Standardtherapien für die hufinneren Strukturen häufig nur kurzfristigen Erfolg. Denn meist zeigt sich nach Beruhigung der Schmerzsituation, dem Abklingen akuter Entzündung und Ablauf der Schonfrist mit Wiedereinsatz unter voller Belastung, erneute Lahmheit. Auch ein orthopädischer Beschlag kann die relevante Blutzufuhr nicht dauerhaft einschränken und umleiten, oder die Biomechanik der Hornkapsel unterbinden, um Nervenleitung zu drosseln. Der Schmerz kommt wieder.

Deshalb gelten „Hufrolle“-Krankheiten spätestens ab dem 4.Schweregrad schulmedizinisch als nicht heilbar. Es handelt sich in der konventionell praktizierten Behandlung um die eventuelle Verlängerung einer Nutzungsmöglichkeit des Pferdes – sei es durch Spezialbeschlag, der die Durchblutung durch Einschränkung des physiologischen Hufmechanismus zunehmend vermindert und damit die Reizleitung der Nerven unterdrückt, oder durch einen Nervenschnitt.

Barhuftherapeutische Bearbeitungsmaßnahmen können jedoch – wie bei den meisten Krankheiten der Hufe – durch optimale Hufkorrektur vielzählig eine ursächliche, komplementäre Therapie einleiten. Auch unsere positiven Praxiserfahrungen belegen, dass „Hufrolle“- Problematiken, selbst im schweren, degenerativen Fall des Strahlbeines, also 4. Grades, wieder schmerzfrei, auch unter voller Belastung genesen, wenn alle schmerzleitenden Strukturen im betroffenen Areal nicht mehr gereizt werden und regenerieren können. Hierzu binden wir gerne weitere ganzheitliche Therapieformen ein. Denn es hat sich in der Erfahrung gezeigt, dass Hufrolleproblematiken meistens in einem integrativen Rahmen zu betrachten sind. Der Einsatz schulmedizinisch begleitender Maßnahmen kann selbstverständlich zusätzlich erfolgen, ist jedoch entsprechend unserer Erfahrung nicht zwingend nötig.

Gerne informieren wir Sie ausführlich. Auch in unseren Hufseminaren behandeln wir die Thematik der unterschiedlichen “Hufrolle”-Krankheiten im Zusammenhang mit entsprechenden Hufsituationen sehr umfangreich.

Hufrehe im akuten Zustand bezeichnet eine Entzündung der Huflederhaut verbundenen mit entsprechender Lahmheit. Im akuten Fall ist entsprechend der Entzündung vermehrte Hitze im Huf festzustellen, ebenso ist laut Lehrbuch eine verstärkte Pulsation an den seitlichen Digitalis-Arterien zu fühlen. Diese Pulsation ist erfahrungsgemäß nicht immer vorhanden und muss außerdem von „pulsierenden“ Abszessvorgängen unterschieden werden. Daher ist im akuten Zustand eine ernsthafte Rehe nicht immer eindeutig „leicht“ zu bestimmen.

Bei Hufrehe zeigt sich häufig ein steifer, klammer Gang, verkrampfte Körperhaltung, Wendeschmerz, und besonders auffällige Trachtenfußung bei vorgestreckten Vorderbeinen und untergeschobenen Hinterbeinen. Hierauf ist nicht immer Verlass, denn auch diese Haltung kann durch Abszessgeschehen oder Körperproblematiken eingenommen werden.

Diese schwerpunktverlagernde Körperhaltung im Falle einer sogenannten Rehe wird durch eine Entzündung der sogenannten Blättchen- oder Lamellen- manchmal auch Sohlenlederhaut begründet. Innerhalb der harten Hornkapsel schwillt das Gewebe an und der sich gleichzeitig entwickelnde Druck in der Hufkapsel löst Schmerzmeldungen aus. Das Pferd versucht die Last auf die Trachten zu verlagern, um die betroffenen Gewebe im Zehenbereich zu entlasten. Diese Schmerzausweichhaltung hängt von der individuellen Situation ab.

Eine Entzündung der Sohlen- und Lamellenlederhaut kann sich aus unterschiedlichen Gründen entwickeln und erhält dann als Rehe entsprechende Zusatzbezeichungen gemäß den Aspekten der Auslösung,  wie z.b. Überbelastungen, Vergiftungen oder systemisch wirkende grundsätzliche Stoffwechsel- und Darmimbalancen.

Je nach Hufsituation und Stärke der Entzündungsvorgänge kann, vereinfacht ausgedrückt, zudem Sekret aus den geschwollenen Gefäßen der Lamellenlederhaut austreten und dadurch die Hornverklebung des Hufbeins zur Hufkapsel unterbrechen. Das heißt, der „Hufbeinträger“ ist dann nicht mehr stabil. Durch Schwellung der Lederhäute in der engen Kapsel oder folgend austretendem Blutserum aufgrund von Gefäßverletzungen statt regulär gesundem Klebehorn, kann die Weiße-Linie-Verklebung geschädigt werden und unter dem eintreffenden Pferdegewicht die Aufhängung nicht mehr halten. Diese Entwicklung produziert weitere Schmerzen in einer zusätzlich gezerrten und verletzten Lederhaut.

Je nachdem, wie schwerwiegend die Folgereaktionen für den Hufbeinträger – die Aufhängung – ist, erfolgt eine Veränderung der Hufbeinlage. Das Hufbein wird aufgrund der eintreffenden Körperlast auf den nicht stabil verbundenen Zehenbereich des Hufes aus seiner Position gedrückt. Dies wird je nach Situation Hufbeinseparation, -rotation oder und -(ab)senkung benannt.

Deshalb vermeidet das Pferd schnelle, erschütterungsreiche Bewegung, die den vorderen Zehenbereich stärker belasten würde und das Hufbein dadurch aus seiner Verankerung hebelt. Daher sind schmerzregulierende Medikamente, die diesen Schutzmechanismus des Pferdes ausschalten, kritisch abzuwägen. Im sogenannten Rehegang sind nur langsame, somit geringer belastende Bewegungen möglich, der unbedingt nötige Abtransport stoffwechselrelevanter Flüssigkeiten wird jedoch trotzdem unterstützt und gewährleistet. Je besser Flüssigkeiten aus der Kapsel abtransportiert werden, desto weniger zusätzlicher Druckschmerz in der engen Kapsel findet statt. 

Eine genauere veterinärmedizinische Diagnose wird in der Regel anhand eines Röntgenbildes festgestellt. In einer ersten Rehesituation erfolgt ein Röntgenbild meistens, sobald erste Akutmaßnahmen neben dem Verhindern weiterer Vergiftungsmöglichkeiten und Regulierung der Entzündung nicht greifen und damit eine gravierendere Situation zu vermuten ist. Dies weist somit in einen chronischen Übergang des Verlaufs.

Spätestens jetzt sollte die Hufsituation dringend kontrolliert werden. Bei einer nicht-physiologischen Hufstellung können gravierende mechanische Hebel wirken, so dass die Hufe bei einer Entgleisung des Stoffwechsels den Belastungen nicht gewachsen sind.

Daher ist es für alle Pferdehalter-innen wichtig, zu erkennen, welche Merkmale an den Hufen auf grundsätzliche Probleme und damit Anfälligkeiten für entsprechende Hufkrankheiten hindeuten können.

Als übliche Herangehensweisen an das Problem, das Hufbein wieder parallel zur Hufkapsel zu bringen und zu verhindern, dass es an der Spitze durch die Sohle bricht, werden einige unterschiedliche Standardmaßnahmen empfohlen. Dazu gehören unterschiedliche orthopädische Beschlags- oder Castvarianten. Eine Begutachtung der Hufsituation, also evtl. nötige Veränderung und Korrektur der bestehenden ungesunden Hufhornsituation, wird routinemäßig nicht immer einbezogen. Bestehen mechanische Reizung in der grundsätzlichen Hufsituation, wird nach unserer Erfahrung das Pferd trotz Rehe, also Verlust der Zehenaufhängung, versuchen, den schmerzenden Bereich zu entlasten und damit u.U. gerade die Zehe weiterhin überbelasten. Hieraus können sich sehr gravierende chronische Hufrehesituationen entwickeln. Ähnlich schädigend können nach unserer Erfahrung auch weitere Schmerzen im Pferdekörper, z.b. aus dem Darm kommend oder aus dem Bewegungsapparat eine Überbelastung der Hufbeinzehe auslösen und den Verlauf einer Rehe dadurch negativ beeinträchtigen.
 

Allgemein wird Hufrehe-Pferden keine gute, vor allem langfristige Heilungschance eingeräumt. Es wird aber auch selten eine Hufbearbeitung nach physiologischen Grundsätzen beachtet. Ebenso bemerken wir immer wieder ein fehlendes individuelles, ganzheitliches Betrachten und Beachten der Gesamtsituation, also der Weidebeschaffenheit, der Futtersituation, der Stoffwechsel- und Gebäudesituation. Die Pferdebesitzer hören, ihr Pferd sei zu dick oder hätte zu wenig Bewegung. Doch wichtig ist, warum scheint das Pferd zu dick ? ist es fett oder funktioniert eher der Lymphabfluss nicht mehr und warum lagert es Wasser ein ? Kann das Pferd die angebotene Nahrung überhaupt gesund verdauen ? Wieso frisst es denn ohne Unterlass, sobald es nicht eingeschränkt wird ? Das ist nicht ! normal und hat Gründe, die dringend aufgespürt werden müssen.

Die Gefahr einer beginnenden Rehe ist also der Verlust der Aufhängung, gekoppelt an eine Separation, Rotation und Absenkung des Hufbeins, mit einem Hufbeinträgerschaden je nach Schweregrad. In einem solchen Fall hängt die Heilung der Hufe von der Fähigkeit einer korrekten Neubildung einer Aufhängung ab. Zehenkapselwand und Hufbeinzehe müssen sich wieder tragfähig verbinden und langfristig den Hufbeinknochen wieder „aufhängen“ können.

Über die Art und Weise der nötigen unterstützenden Maßnahmen für das Pferd zu dieser Regeneration gibt es unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen in der Hufwelt.

Unsere Betrachtung und Vorgehen:

Wie bereits beschrieben, kann das entzündete Gewebe der Lederhäute aufgrund vermehrter Stoffwechselprozesse durch Kapillarerweitung anschwellen, was dann den Druck in der Hufkapsel erhöht und Schmerzen auslöst. Pferde versuchen durch den Rehestand- und gang eine natürliche Schmerzlinderungsmöglichkeit zu finden. Gewichtsverlagerung auf die Trachten nimmt die Drucklast von der Zehe und gleichzeitig wird die Hufbeinzehe mit dem Strecksehnenapparat stabilisiert, um die Last auf die Hornblättchen der Zehe zu reduzieren, bis sich das hufinnere Geschehen wieder beruhigt hat. Das ist die natürliche und sinnvolle Folge des Rehestandes. Auf diese Weise könnte bei beginnender Rehe die Aufhängung relativ standhalten, da das Pferd aktiv durch Rehestellung die Zehenlast minimieren würde. Ein solcher Huf hat nach schneller Regulation des Stoffwechsels, deutlich schnellere Heilungsmöglichkeiten als ein Huf, in dem die Körperlast vermehrt auf die Zehe hebelt. Die Lamellen produzieren wieder kräftiges Klebehorn , das die strapazierten Zwischenräume der Verklebung auffüllt, sodass relativ schnell wieder eine tragfähige und damit schmerzfreie Aufhängung  “verkleben”, entstehen könnte.

Daraus folgt für uns, dass in einer Rehesituation neben Unterbindung weiterer Stoffwechselstörungen, schnellstmöglich eine Korrektur nach physiologischen Hufparametern eine Unterstützung für das Pferd, auch im Hinblick auf den natürlichen Rehestand bedeutet.
 

Häufig beobachten wir im Zusammenhang mit Hufrehe unphysiologische Hufsituationen und unbemerkte Stoffwechselerkrankungen, die eine Regeneration negativ beeinflussen.

Die wissenschaftliche Studie zur Biomechanik aus dem Jahre 2011 von Glenn Ramsey, Neuseeland unterstützt, dass die Lamellen- oder Blättchenhaut bei steil stehendem Hufbein an der Zehe zunehmend überlastet wird, die Kräfteverteilung also, je steiler das Hufbein steht oder gestellt wird, auch immer ungünstiger für den Verlauf einer Heilung wird. Die Studie belegt in ihren Ergebnissen ebenfalls die Theorie, dass die tiefe Beugesehne langfristig mechanisch nicht entlastet werden kann, da die Muskeln durch Kontraktion versuchen, dieses Ungleichgewicht in der gesamtkörperlichen Sehnenverspannung schnell wieder auszugleichen. Nach den Erkenntnissen der Studie zieht nicht die tiefe Beugesehne das Hufbein in eine Rotation. Die zunehmende Lasteinwirkung auf die Hufbeinzehe verursacht die Lageveränderung des Hufbeins. Neben der Störung vitaler Durchblutungsvorgänge werden ungünstige Hebelwirkungen auf die Hufbeinspitze gefördert, je steiler das Hufbein auf die Spitze dreht, noch dazu bei einem Verlust der Klebeverzahnung von Hufbein zu Kapsel.

Die Bemühung einer Entlastung des Zehenbereiches mittels Keilunterlagen birgt auch nach unseren Erfahrungen große Probleme. Für uns scheiden demnach alle Maßnahmen zur Erhöhung der Trachten aus. Je besser die Kräfteverteilung auf das gesamte Hufbein mit seinen Hufbeinästen gewährleistet ist, je weniger Druck von ungesunden Hornsubstanzen im Sohlen-, Eckstrebenbereich die nötige Lastaufnahme im Trachtenbereich für das Pferd erschwert, desto schneller und effektiver kann sich die Lederhaut regenerieren und nach Ablauf der akuten Entzündung wieder tragfähiges Horn produzieren, die Zehenkapsel mit dem Hufbein verkleben.

Je nach individuellem Erscheinungsbild überprüfen wir auch in konventionell austherapierten Fällen, inwieweit eine huf-heilpraktische Therapie eingeleitet werden kann. Diese ist individuell abhängig von dem Ausmaß der vermuteten Schädigung der Lederhäute, des Kronwulst und des Hufbeinknochens. Eine erfolgreiche Unterstützung und Regulation des Stoffwechsels ist Grundlage, Hufschuhe setzten wir zur Stoßdämpfung ein.

Das große Thema Hufrehe kann hier nur in minimalen Ansätzen kurz als Überblick angeschnitten werden. Wir informieren Sie angepasst an Ihren individuellen Fall über unsere Einschätzung oder Möglichkeiten einer Behandlung.

In unseren Hufseminaren intensivieren wir dieses sehr umfangreiche Thema.