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Dauerregen = Matsch = Strahlfäule?

Matsch
Für viele Pferdemenschen bedeutet der Dauerregen der letzten Wochen einiges an Matsch und nicht wenige sorgen sich in diesem Zuge um die Hufgesundheit: „Strahlfäule“ ist leicht zu erkennen als schlecht gewachsener Strahl mit Absonderungen von stinkenden Sekreten. Doch dies entsteht nicht durch zu starke Feuchtigkeit, Regen oder matschige Untergründe. Einige Pferderassen wie die Camargue-Pferde leben sogar in starken Feuchtgebieten, laufen wochenlang durch überschwemmte Flächen und behalten dennoch gesunde Hufe. Auch wenn äußere Feuchtigkeitsbedingungen eine Rolle spielen, müssen weitere Umstände hinzukommen – meistens im Zusammenhang mit besonderen Stoß-, Zug- und Drucksituationen, die auf den Huf wirken.
 
In Zwanghufsituationen (Trachtenzwang, Ballenzwang, untergeschobenen Trachten, Eckstrebendruck…) kann der Hufmechanismus nicht wie im gesunden Huf stattfinden. Mechanische Reizungen können die Folge sein, wodurch es zu lokalen Entzündungen im Huf kommen, die Wundsekret absondern. Dies findet leichter in den Bereichen statt, wo Hornqualitäten wechseln, z.B. in den Strahlfalten am Übergang zwischen Sohlenlederhaut, Eckstrebenlederhaut und Strahllederhaut. Wundsekret hat ein leicht alkalisches Milieu und begünstigt daher Fäulniserreger. Außerdem wird die Strahllederhaut im Zwanghuf weniger gut durchblutet und kann so nicht gesund arbeiten. Damit finden bodennahe Organismen, wie Pilze oder Bakterien ein gutes Lebensmilieu.
 
Die Behandlung von Strahlfäule bzw. ihre Vorsorge sollte sich also nicht ausschließlich auf die Huf- und Haltungshygiene konzentrieren, sondern auch die Hufsituation in Betracht ziehen.
 
Wie aus einem Zwanghuf wieder ein physiologisch gesunder Huf werden kann, lernt ihr ausfühlich in unseren Hufkursen. Für einen kurzen Einblick gibt es die Fallbeispiele.